Das Modell der Psychographie

Beziehungstypus

Fühlen: Der so genannte Beziehungstypus fühlt sich in die Welt ein. Dieses Fühlen erscheint wie eine große und sehr differenzierte Menge von gefühlsmäßigen Eindrücken. Es ist fast so, als ob ein Jongleur die verschiedenen gefühlsmäßig empfangenen Impulse wie Bälle nimmt und mit ihnen auf kreative Art und Weise spielt, sie in die Luft wirft, wieder auffängt, sie betrachtet, sie austauscht und sie aber immer in Bewegung hält. Die Bälle sind (in den Gefühlen) unterschiedlich groß und unterschiedlich gefärbt. Der Beziehungstyp versteht die Welt durch das Fühlen.

Mehr zum Beziehungstyp:

Der Beziehungstypus ist besonders gut im Managen von Beziehungen. Er verfügt über eine gute Intuition, eine ganzheitliches Verständnis von Situationen und über gute kommunikative Fähigkeiten. Er agiert gern aus dem Bauch heraus und hört auf seine Gefühle. Er setzt seine Stärke des Fühlens in vielen Lebensbereichen ein und erfühlt die Dinge. Seine gute Fähigkeit, sich in etwas hineinzufühlen, macht es auch aus, dass er für andere Menschen ein gutes Gefühl entwickelt. So versteht er andere Menschen schneller als der Sachtyp oder gar der Handlungstyp. Weil er andere Menschen aber schneller versteht, entwickelt sich auch die Beziehungsebene schneller und positiver. Daher der Name Beziehungstyp.

Sein gutes Erfühlen der Dinge dieser Welt hindert ihn aber daran, die Dinge eher analytisch und logisch zu durchdenken. Die Entwicklungsrichtung des Beziehungstypus besteht also in Richtung des Sachtyps. In Richtung des Handelns hat der Beziehungstyp keine Schwierigkeiten. Im Gegenteil: Je nach Gefühlslage handelt er mehr oder weniger spontan und aus dem Augenblick heraus. Das ist aber ein anderes Handeln als das Handeln des Handlungstypus: Der Beziehungstyp handelt eher emotional und gefühlsmäßig gesteuert, der Handlungstyp handelt eher kraftvoll und bestimmend.

Beispiel: Kauf eines Autos durch einen Beziehungstyp. Für den Beziehungstyp muss das Auto seiner Gefühlswelt entsprechen. Das Auto muss sich für ihn richtig anfühlen. Das kann die Ausstattung sein, vielleicht auch die Farbe oder das besonders sinnliche Gefühl, mit einem Cabrio oder Roadster „oben ohne“ durch den Sommer zu fahren, fahren eher als Genuss, denn als Handlungsakt (Handlungstyp) oder als rational logisch durchdachte Kaufentscheidung des Sachtyps.

Mehr zum Zusammenhang zwischen diesem Typus und der Eignung in bestimmten Berufen:

Der Beziehungstyp findet seine ideale Aufgabe in Bereichen, die seiner Kreativität und Intuition entsprechen. Er ist gut im Aufbauen und Entwickeln von Beziehungen, so dass er auch oft in Kundenbetreuungsfunktionen tätig ist. Anders als der nicht entwickelte Handlungstyp würde er eine Aufgabe im Vertrieb so wahrnehmen, dass er sich zunächst in die Kundenbeziehung einfühlt, um die Bedürfnisse und Motive des Kunden zu erforschen. Er verkauft also deutlich langsamer als der Handlungstyp und erntet seine Erfolge erst später; dafür dürften sie in der Regel dauerhafter sein. Auf sich allein gestellt kann der nicht entwickelte Beziehungstyp allerdings seine visionären Ideen und Konzeptansätze kaum zur Umsetzung bringen. So braucht er dann Kollegen, mit denen er eine gute Beziehungsebene haben sollte, mit anderen Kompetenzen, die ihn bei der Klärung und Strukturierung seiner Ideen und deren Verdichtung zu Konzepten ergänzen und ihn in der Umsetzung unterstützen oder ihm diese Funktion abnehmen. Ist das nicht der Fall, verliert er in einem Unternehmen gegenüber den toughen Handlungstypen und den logisch überzeugenden Sachtypen an Gewicht. Durch seine meist hoch ausgeprägten kommunikativen Fähigkeiten findet man ihn in der Wirtschaftswelt auch bevorzugt in kommunikativ-kreativen Berufen: Werbung, Public Relation, etc. Künstlerische Berufe sind auch seine Domaine.

Beruflicher Erfolg: Beim Beziehungstyp gründet dieser vornehmlich auf zwei Fähigkeiten bzw. Eigenschaften: einerseits seiner der Kraft der Intuition zu verdankenden höheren Kreativität, andererseits seiner Fähigkeit, Beziehungen für die Zwecke seiner Zielerreichung besser nutzen zu können als die beiden anderen Typen.

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